Welche Gründe haben Schulmassaker? Und was können wir tun?

Columine Highscool MassacreNach dem Massaker in Winnenden, bei dem 16 Menschen starben, hat Emnid eine repräsentative Umfrage durchgeführt, die nach der Schuld an solchen Ereignissen fragte. Das Ergebnis: 34% der Befragten machten gewaltverherrlichende Computerspiele, 30% die Eltern, 18% Filme, Medien und das Internet dafür verantwortlich. 4% sahen die Schuld bei der Schule. Interessant in diesem Zusammenhang ist auch eine weitere Umfrage, nach den erforderlichen Konsequenzen nach dem Massaker von Winnenden. 72% der Befragten wünschten sich schärfere Waffenkontrollen, 69% ein Verbot von gewaltverherrlichenden Computerspielen und 39% eine bessere Sicherung von Schulgebäuden. Sind also wirklich Computerspiele, das Elternhaus und die Medien schuld? Hilft ein Verbot von Waffen und Computerspielen? Verhindert dies solche Massaker?

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Und auf einmal ist er da, der Leistungsschub

Smith & Wesson M39-2, Kaliber 9mm Para

Smith & Wesson M39-2, Kaliber 9mm Para*

Seit mehreren Wochen trainiere ich nun für die kommende Kreismeisterschaft mit einer Smith & Wesson M39-2 im Kaliber 9mm. Da ich mehr der Gewehrschütze bin und bisher nur wenig Kurzwaffe geschossen habe, waren die Ergebnisse am Anfang entsprechend bescheiden. Ich war bereits froh, wenn von 5 Schuss 3 überhaupt auf der Pappe waren. Aber gestern hat’s irgendwie klick gemacht. Kennt ihr das, wenn ihr merkt, dass sich im Kopf plötzlich ein kleiner Schalter umlegt und so eine Art „Aha-Gefühl“ entsteht? Das hatte ich gestern und habe reproduzierbar einen 8er Schnitt geschossen (Disziplin DP2, BDMP).

Ich denke die Ergebnisse haben sich so stark verbessert – ich habe sogar ein paar 10ner geschossen *freu* – da ich konsequent versucht habe meinen Stand und das Abziehen zu verbessern. Gerade das Abziehen ist unglaublich wichtig, und die Smith & Wesson M38-2 ist super um das zu trainieren, weil sie ein unglaublich hohes Abzugsgewicht hat, aber dafür einen sehr sauber definierten Druckpunkt. Durch das hohe Abzugsgewicht werde ich gezwungen sehr genau darauf achten, den Abzug nicht durch zu reißen. Beim durchreißen landen die Schüsse nämlich irgendwo auf der Pappe – wenn sie überhaupt drauf sind. Aber erhöht man konsequent den Druck auf den Abzug und lässt sich dann vom Schuss überraschen, dann steigern sich die Ergebnisse erheblich.

So bin ich dann gestern Abend sehr zufrieden vom 25 Meter Stand gegangen, habe die S&W noch grob gereinigt, weil sie es wirklich mehr als nötig hatte – ist halt eine Vereinswaffe – und bin glücklich nach Hause gefahren. Nächste Woche geht es dann weiter mit dem Training und ich hoffe bei den Kreismeisterschaften eine gute Platzierung im unteren Mittelfeld zu erreichen. Das wäre schon toll. :-)

* Bildquelle: Wikipedia.de

300 Meter sind weit, selbst für ein Großkaliber-Gewehr [Update]

Ich persönlich schieße im Wettkampf einige Disziplinen des BDMP e.V. und beim Bund der Deutschen Militär- und Polizeischützen bedeutet das, dass wir auf Scheiben schießen, die in der Regel 300 Meter entfernt sind. Das ich mit einem Luft- oder Kleinkalibergewehr nicht wirklich auf 300 Meter Entfernung schießen kann, das dürfe klar sein. Das Geschoss eines Druckluftgewehrs hat wenn es den Lauf verlässt, ungefähr eine Geschwindigkeit von 170 Metern pro Sekunde. Ein Kleinkalibergewehr schafft gerade mal 320 Meter pro Sekunde (und ist dennoch absolut tödlich).

Die Gewichte der Geschosse sind zu dem sehr gering: Beim Luftgewehr in der Regel 0,55 Gramm und beim Kleinkaliber-Gewehr ca. 2,5 Gramm. Die Energie, mit der das Geschoss aus dem Lauf getrieben wird, reicht nicht aus, um das Geschoss 300 Meter weit fliegen zu lassen, oder besser: Präzise fliegen zu lassen. Hinzu kommt, dass die Geschosse durch das geringe Eigengewicht sehr anfällig gegenüber äußeren Einflüssen, wie Temperatur und Wind sind. Zum Vergleich: Das Geschoss einer 8×57 IS Patrone hat eine V0 von ca. 800 – 900 m/s, das Geschoss wiegt ca. 14 Gramm. Diese Geschosse treffen noch relativ präzise ein Ziel in 300 Meter Entfernung, da die Flugbahn durch die hohe Geschwindigkeit und das entsprechende Gewicht des Geschosses stabil bleibt.

Dazu einfach mal ein Foto von einem 300 Meter Schießen, hier in Alsfeld – beim Enfield – Mauser Cup.

300 Meter Alsfeld

300 Meter Alsfeld

Ich habe das Foto extra ohne Zoom gemacht, damit das Foto genau das darstellt, was wir Schützen sehen, wenn wir auf dem Stand liegen und schießen. Die Scheiben, die im Hintergrund zu sehen sind, haben übrigens eine Abmessung von 105 x 105 cm – sind also eigentlich recht groß, aber auf 300 Meter sind sie dennoch nicht leicht zu treffen. Und genau das ist die Herausforderung dieser Disziplinen – die große Entfernung verlangt dem Schützen absolute Konzentration ab. Wer auch nur einen Millimeter verrutscht, der trifft das Ziel entweder im weißen, oder bereits gar nicht mehr, weil bei dieser Entfernung kleinste Fehler sehr große Auswirkungen haben. Wenn es eine Formel 1 bei Schießwettbewerben gibt, dann gehören die 300 Meter mit uralten Infanterie-Gewehren sicherlich dazu.

Hinzu kommt noch, dass bei diesen Wettbewerben nur mit der originalen Visierung geschossen werden darf. Bei den Mauser Gewehren, wie auch beim Schweizer K31, oder den Mosin Nagants bedeutet das: Kimme und Korn. Die Lee Enfields kommen da etwas moderner da her: Ein Spindeldiopter wird hier zum Zielen benutzt und das M1 Garand besitzt eine Lochkimme.

Käme es wirklich zu einem Verbot von Großkaliber-Waffen, wie von Grünen und SPD angedacht, dann könnten fast alle Disziplinen des BDMP nicht mehr geschossen werden, denn sie alle basieren auf großen Kalibern. Es käme also dem Verbot eines kompletten Schießsportverbands gleich und der BDMP ist ja nicht der einzige Verband, der in Deutschland Disziplinen für Großkaliber anbietet.

Aber mal weg von der Politik: Ich wollte in diesem Beitrag nur vermitteln, wie weit weg 300 Meter wirklich sind. Selbst für ein Großkaliber-Gewehr.

[Update]

Und hier noch ein kleines Video dazu. :-)

[ar_youtube id=VXhoFHUn16c]

Let’s Shoot #5: Kurzes Video über den Enfield Mauser Cup auf der 300 Meter Bahn in Alsfeld

Am vorletzten Wochenende, war ich mit dem KKSV Heinrichsthal e.V. in Alfeld beim Enfield Mauser Cup. Geschossen wurden alte Infantriegewehre, wie das Gewehr 98 von Mauser, die schwedische Carl Gustav Stads M/96 und das britische Gewehr Lee Enfield. Meine Ergebnisse waren nicht so berauschend: Lee Enfield – Letzter mit 0 Ringen und Vorletzter mit der Mauser 98 – 16 Ringe. Aber 300 Meter ist eben eine Disziplin, die dem Schützen viel Training abverlangt.

Leider konnte ich nicht wirklich viel filmen, weil so ein Wettkampf Tag in der Regel recht stressig ist, da die Teilnehmer nicht nur schießen, sondern auch teilweise Aufsicht führen, oder in der Deckung sind, um die Scheibenanlage zu bedienen. Demnach ist das Video recht kurz und knackig, aber ich hoffe vermitteln zu können, wie weit weg 300 Meter wirklich sind.

Die Folge eine Verbots von Großkaliber-Waffen wäre übrigens, dass wir solche Disziplinen wie die gezeigte nicht mehr schießen könnten. Es wäre unglaublich schade, denn hier werden teilweise Gewehre geschossen, die mehr als 100 Jahre alt sind – es geht nicht nur um das schießen, sondern auch um die Erhaltung dieser traditionellen Waffentechnik.

Trotz der Kürze: Viel Spaß!

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Offener Brief an Julia Schramm, Mitglied im Bundesvorstand der Piratenpartei

Liebe Julia,

wir kennen uns nur flüchtig und haben nur einmal kurz auf einem LPT NRW miteinander gesprochen, aber vielleicht erinnerst du dich ja, ich bin der große schlaksige Kerl mit Dreadlocks, Bart und den vielen Kindern. Und ja, ich bin auch aktives Mitglieder der AG Waffenrecht und darüber hinaus auch Sportschütze. Deswegen war ich sehr erschrocken, in einem Bericht auf heise.de folgendes Zitat von dir zu lesen:

„Julia Schramm ihrerseits lobte Liquid Feedback als trollfreie Zone im Netz, in der das bessere Argument gewinne. […] Den von Malte Spitz erhobenen Vorwurf eines speziellen Sexismus unter den Piraten („Tittenbonus“, „Muschi als Türöffner für Bundestagswahlplätze“) quittierte sie mit der Hoffnung, die Piratenpartei könnte diese erbärmlichen Ausfälle ebenso loswerden wie sie die Waffenrechtler und andere Verirrte verabschiedet habe.“

Ich komme direkt zur Sache: Es ist sehr bedenklich, wenn du als Mitglied des Bundesvorstands der Piraten die Mitglieder der AG Waffenrecht auf die selbe Stufe stellst, wie Sexisten, Verschwörungstheoretiker, Rechte und andere problematisch Personen, die sich in der Partei tummeln. Auch Bernd und Klaus haben sich in der Vergangenheit ähnlich kritisch gegenüber der AG geäußert. Insgesamt halte ich diese Entwicklung für sehr problematisch, denn offenbar wird hier über eine Sache gerichtet, von der weder du, noch Bernd, noch Klaus irgendeine Ahnung habt. Warum ich nun dir schreibe? Nun, deine Formulierung war so ziemlich die krasseste und beleidigenste gegen uns, die ich bisher gelesen habe. Ich wundere mich, wie du dazu kommst so etwas zu Piraten zu sagen, die du nicht einmal kennst. Und ich frage mich, in welcher Weise du dich mit dem Thema auseinandergesetzt hast.

Ich vermute, dass du deine Aussage auf die LQFB Initiative von Hollarius stützt, die ja ein Verbot des Großkaliber-Schießsports fordert. In diesem Zusammenhang ist es gerade zu lächerlich die Aussage zu treffen, dass unser ach so tolles flüssiges Demokratie-Tool eine trollfreie Zone sei. Das ist es nicht und das kannst du an der genannten Initiative sehr gut nachvollziehen: Es wurden von Anfang an Fakten ignoriert, es wurde deutlich, dass der Autor der Initiative weder die bestehende Gesetzeslage kennt, noch sich mit entsprechenden Statistiken beschäftigt hat und trotzdem wurde die Initiative mit großer Mehrheit angenommen. Das hat mir persönlich gezeigt, dass die Piraten vor Populismus – denn nichts anderes ist diese Initiative, die übrigens 1 zu 1 hätte von den Grünen stammen können – nicht immun sind. Und offenbar sind es Teile des Bundesvorstands auch nicht. Und das Liquid Feedback irgendwie repräsentativ wäre – nun, das wissen wir alle – das ist im Moment nicht der Fall. LQFB ist nur repräsentativ für sich selbst, nicht aber für „die PIRATEN“.

Julia, sind wir nicht als Partei angetreten, die sich der Sachlichkeit verschreibt? Sind wir nicht die, die damals angetreten sind, weil wir diese Stopp-Schild-Symbolpolitik satt hatten? Sind wir nicht mehr die, die es besser machen wollen, als die Altparteien? Du musst uns nicht mögen und du musst auch nicht unsere Meinung teilen, aber uns öffentlich in deiner Funktion als Mitglied des Bundesvorstands zu bashen ist… deiner Position unwürdig. Höflich gesagt. Weißt du, ich denke die AG Waffenrecht ist mit eine der produktivsten AGs innerhalb der Partei. Wir haben schon einiges erreicht, obwohl wir noch nicht mal ein Jahr aktiv sind.

Es ist uns zum Beispiel gelungen Statistiken vom BKA zu bekommen, die seit 2002 unter Verschluss waren. Diese Statistiken können als sachliche Entscheidungsgrundlage für eine Veränderung des existierenden Waffenrechts dienen. Und wir haben es geschafft die Partei innerhalb der Schützenschaft sehr bekannt zu machen. Das unsere Arbeit dann von Piraten wie Hollarius und dir wieder zu nichte gemacht wird, ist sehr enttäuschend. Diese unsägliche LQFB Initiative hat jedenfalls unter uns Schießsportlern große Wellen geschlagen und deine Aussagen machen es irgendwie nicht wirklich besser.

Wir sind nicht fehlgeleitet, wir sind keine Verirrten und du musst uns auch nicht loswerden. Und erbärmlich sind wir erst recht nicht. Beschäftige dich bitte mit unserer Arbeit, rede verdammt noch mal mit uns, bevor du uns in der Öffentlichkeit durch den Kakao ziehst. Und wir sind auch keine Lobbyisten, wie so gerne behauptet wird. Wir sind im Moment die einzigen in der politischen Landschaft, die versuchen aufgrund von Fakten das zu belegen, was Sportschützen – eine durch die Altparteien mit Symbolpolitik gegängelte Bevölkerungsgruppe – seit Jahren sagen.

Du kannst ja mal in die von uns beschafften BKA Lagebilder schauen, die findest du hier auf dem Blog, oder auf den Wiki-Seiten der AG Waffenrecht. Da findet sich zum Beispiel sowas wie dieser interessante Absatz:

„Die Anzahl der Straftaten unter Verwendung von Schusswaffen und die Anzahl der Fälle in denen mit einer Schusswaffe gedroht, oder geschossen wurde, sind geringfügig angestiegen. Wenngleich das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung immer wieder durch einzelne Straftaten mit Schusswaffengebrauch, wie beispielsweise durch Amoktaten, stark beeinträchtigt wird, ist das für die Bevölkerung aus der Waffenkriminalität resultierende Gefährdungspotenzial gering. Straftaten, in denen Schusswaffen verwendet wurden, machen lediglich 0,2% der in der PKS erfassten Fälle aus.“

In diesen Statistiken werden allerdings Sportwaffen und illegale Waffen nicht differenziert. Du kannst aber davon ausgehen, dass Straftaten mit legal besessenen Waffen nur sehr selten vorkommen. Unter diesem Aspekt solltest du dir die Initiative zum Großkaliber-Verbot nochmal genau ansehen. Vielleicht wirst du feststellen, dass diese Initiative genau so symbolpolitisch ist, wie Stopp-Schilder vor Internetseiten zu heften, Bürger aufgrund von „Terrorismusgefahr“ unter Generalverdacht zu stellen, oder Bahnhöfe mit Kameras zu überwachen, anstatt mit Polizisten. Letztendlich musst du dir auch beim Waffenrecht die essentielle Frage stellen: Wollen wir einen Staat, der seinen Bürgern vertraut, oder wollen wir es nicht?

Ich habe diese Frage für mich beantwortet. Schon vor langer Zeit. Deswegen bin ich damals Pirat geworden. Und du?

PS: Es steht jedem frei diesen offenen Brief in den Kommentaren mit zu unterzeichnen.

Frau ermordet Mann mit Kaffeetasse

Antrag:

An geeigneter Stelle sei in das Wahlprogramm einzufügen:

„Wir sprechen uns gegen die Einordnung von Kaffeetassen, die für Trink- und dekorative Zwecke entwickelt wurden, als Trinkgefäße aus. Kaffeetassen mit hoher Festigkeit und gefährlich geformten Henkeln mit großer Tödlichkeit, sowie großer Mannstoppwirkung gehören nicht in private Hand. Solche Tassen sollen damit nur noch für Menschen erwerbbar sein, die sie aus beruflichen Gründen brauchen. Eine unabhängige Kommission mit kriminologischer Fachkompetenz soll festlegen, für welche Kaffeetassen das zutrifft.“

Kaffeetrinker dürfen gerne aus diversen Gefäßen Kaffee trinken, dafür braucht man aber weder feste Gefäße aus Porzellan, oder gar aus Metall. Die aktuellen Geschehnisse haben gezeigt, dass es unverantwortlich ist, feststoffliche Kaffeetassen, die speziell für Trink- oder Dekorationsbedarf entwickelt wurden, in private Hände zu geben. Auf olympischen Veranstaltungen werden fast ausnahmslos Kaffeebecher aus Pappe gereicht, für geschmacksintensiveren Kaffeegenuss können Alternativen aus zerbrechlichen Polymerverbindungen oder gar virtuellen Kaffeebechern entwickelt werden. Dass Privatbürger für den Kaffeegenuss annähernd beliebig viele Kaffeetassen, teilweise auch mit sinnlos bedruckten Motiven, und dazu unbegrenzt viele Kaffeebohnen zu Hause lagern können, ist in der Risikoabwägung nicht nachvollziehbar!