Welche Gründe haben Schulmassaker? Und was können wir tun?

Columine Highscool MassacreNach dem Massaker in Winnenden, bei dem 16 Menschen starben, hat Emnid eine repräsentative Umfrage durchgeführt, die nach der Schuld an solchen Ereignissen fragte. Das Ergebnis: 34% der Befragten machten gewaltverherrlichende Computerspiele, 30% die Eltern, 18% Filme, Medien und das Internet dafür verantwortlich. 4% sahen die Schuld bei der Schule. Interessant in diesem Zusammenhang ist auch eine weitere Umfrage, nach den erforderlichen Konsequenzen nach dem Massaker von Winnenden. 72% der Befragten wünschten sich schärfere Waffenkontrollen, 69% ein Verbot von gewaltverherrlichenden Computerspielen und 39% eine bessere Sicherung von Schulgebäuden. Sind also wirklich Computerspiele, das Elternhaus und die Medien schuld? Hilft ein Verbot von Waffen und Computerspielen? Verhindert dies solche Massaker?

Ich glaube nicht daran. Niemand ermordet 15 Menschen und anschließend sich selbst, weil er Counter-Strike spielt, Filme schaut und im Internet surft. Wäre dem so, dann gäbe es täglich einen „Amoklauf“. Das was der Täter eines Massakers in seiner Freizeit treibt, machen in der Regel gleichaltrige Jugendliche ganz genau so. Die modernen Medien als Ursache für extreme Gewalttaten zu sehen, gleicht dem Wegsehen – einfache Antworten auf komplexe Fragen. Ebenso verhält es sich mit dem Verbot von Waffen und Computerspielen – offenbar eine einfache Lösung für ein komplexes Problem. In meinen Augen sind solche Maßnahmen lediglich das Bekämpfen von Symptomen. Wer ständig Kopfschmerzen hat, nimmt nicht nur Schmerztabletten, sondern geht zum Arzt und lässt den Hirntumor therapieren – überspitzt ausgedrückt.

Ich weiß nicht, wie es bei euch war, aber die Grundschule und die Realschule war für mich die Hölle, ich habe die Schule gehasst. Es wurden generell viele gehänselt und einige waren auch Opfer von Mobbing – nur das es damals noch nicht so genannt wurde. Dabei war man froh, wenn man nicht selbst Opfer dieser psychischen Angriffe war und an dem Tag jemand anderes “dran” war. Und die Lehrer? Solange man sich nicht geschlagen hat, war es den meisten Lehrkörpern egal. Aber das ist schon lange her. Das ist lange vor Columbine gewesen – damals gab es noch keine Schulmassaker, das Konzept war uns schlichtweg noch nicht bekannt. Wer weiß, was sonst passiert wäre.

Interessanterweise wird an Grund- und Realschulen am häufigsten gemobbt und nicht, wie es vielleicht im üblichen Schubladendenken zu erwarten wäre, an Hauptschulen. Immerhin sind die Gymnasien am wenigsten betroffen, oder es wird dort vielleicht einfach subtiler gemobbt, immerhin war vom Massaker in Erfurt, wie auch in Ansbach ein Gymnasium betroffen. Vielleicht ist die Schulform auch völlig egal, vielleicht ist es einfach Zufall, wo extrem gemobbt wird, oder die Zukunftsaussichten eines Jugendlichen derart zerstört werden, dass dieser junge Mensch als Ausweg mehrfachen Mord wählt.

Das Problem sollten wir dennoch nicht nur auf die Schulsituation beziehen, sondern gesamtgesellschaftlich betrachten. Die Entsolidarisierung der Gesellschaft nimmt seit Jahren zu. Ehrenamtliches Engagement nimmt zwar nur geringfügig ab, aber Prof. Dr. Wilhelm Heitmeyer stellte 2010 in einer Studie fest: “Die Vorstellung von der Gleichwertigkeit der Menschen ist offenbar keine Selbstverständlichkeit mehr”. 61 Prozent der Bevölkerung seien der Ansicht, dass in Deutschland zu viele schwache Gruppen mitversorgt werden müssten. Was sagt das über unsere Gesellschaft aus? Das die Menschen egoistischer werden. Weg von der sozialen Marktwirtschaft hin zur Ellenbogengesellschaft – die Agenda 2010 hat sicher einen großen Teil zu dieser Entwicklung beigetragen.

Ob in der Schule, oder im Beruf: Mobbing ist ein Erfolgskonzept, da es kaum geahndet wird. Im Gegenteil, Mobbing funktioniert in unserer Gesellschaft hervorragend, da psychische Angriffe nicht wie physische Angriffe als Gewalt und auch psychische Krankheiten noch immer nicht als vollwertige Krankheiten angesehen werden. Wer zum Beispiel wegen Mobbing, Überlastung, oder einfach einem gestörten Serotoninhaushalt einen Nervenzusammenbruch oder eine tiefe Depression (neudeutsch “Burnout”) erleidet, der wird nicht selten als Versager gesehen. Wer nicht funktioniert, der wird zum Opfer.

Vielleicht existiert auch deshalb ein Zusammenhang zwischen Psychopharmaka und Schulmassakern – einige der Täter standen unter Medikation wegen einer AD(H)S Erkrankung, oder nahmen andere Medikamente. Unter Sportschützen wird oft kritisiert, dass dieser Aspekt bei den Gewalttaten nicht näher beleuchtet wurde und geben den Medikamenten eine Mitschuld an solchen Taten. Aus eigener Erfahrung mit AD(H)S kann ich sagen: Dies ist nicht der Fall. Indirekt hat AD(H)S durchaus etwas mit dieser Problematik zu tun, denn die Symptome dieser Erkrankung begünstigen das Kinder und Jugendliche Opfer von Mobbing werden. Die Medikation hilft dabei aber eigentlich, dass die Kinder besser in der Schule klar kommen, sind also für eine normale soziale Integration hilfreich. Leider wird AD(H)S meist viel zu spät erkannt – dann ist das Kind bereits in den Brunnen bzw. in die Opferrolle gefallen. Aber wie kommt es überhaupt zu den Problemen?

Eine Aufmersamkeitsdefizitstörung mit zusätzlicher Hyperaktivität, wie auch eine nicht erkannte Hochbegabung (tritt häufiger gemeinsam auf) animiert Mitschüler das betroffene Kind zu mobben. Dies beginnt meist bereits in der Grundschule, ausgelöst durch die Hyperaktivität, oder durch anderes nicht regelkonformes Sozialverhalten des Kindes. Das Kind wird als “komisch” und als “Sonderling” wahrgenommen und so sehr schnell in eine Außenseiterrolle gedrückt – was ich übrigens auch bei einem meiner Söhne aktuell beobachten und bestätigen kann. Wozu dies langfristig führen kann, wenn hier durch die Eltern nicht entsprechend (wie bei uns) eingegriffen wird, ist nicht immer leicht abzusehen. Offenbar endet es aber – wie im Fall von Tim K. – gelegentlich in einer extremen Bluttat.

Auch bestimmte Charakterzüge begünstigen Mobbing durch Mitschüler: Sensible, vorsichtige Kinder mit geringem Selbstwertgefühl, die körperlich eher schwächer sind, gehören öfter zu den Opfern, als Kinder, die sich (auch körperlich) durchsetzen können. Feingeister und Sensibelchen, insbesondere bei Jungs, da schlägt der Alltagssexismus noch voll zu und das bereits in der Grundschule. Mobbing, gerade über einen langen Zeitraum, legt in meinen Augen den Grundstein für den absoluten Freak-Out eines Menschen, der dann in einem erweiterten Suizid endet.

Ein wunderbarer, aber gleichzeitig auch sehr unbekannter Film illustriert diese Prozesse vollumfänglich unter Einbeziehung vieler Aspekte einer solchen Tat: Klaas – ein Film aus Estland – nach einer wahren Begebenheit. Ich will nichts vorweg nehmen, aber der Film ist wirklich sehr sehenswert.

Doch nicht nur das Ausgrenzen von Menschen (Exklusion) begünstigt Schulmassaker, es existiert auch ein kausaler Zusammenhang zwischen der Berichterstattung zu anderen “Amokläufen”. Professor Armin Schmidtke von der Universität Würzburg dazu: „Über die Hälfte der Amoktaten findet in einem Zeitraum von zehn Tagen nach einer anderen Amoktat statt. Es besteht die Gefahr, dass durch exzessive Medienberichterstattung ein Amok-Suizid-Klima erzeugt wird.

Um es kurz auf den Punkt zu bringen: Mediale Berichterstattung über Massaker begünstigen weitere Massaker. Und das, seit es globalisierte Massenmedien gibt – seit Columbine, dem ersten School-Shooting mit weltweiter medialer Aufmerksamkeit. Als einer der Auslöser wurde übrigens auch hier die lang anhaltende Exklusion der Täter gesehen. Sehenswert und Aufschlussreich ist zu diesem Thema der Film “Bowling for Columbine” von Michael Moore.

Ein Überlebender des Columbine Massakers erzählt im Oskar prämierten Film: “Die beiden [Täter Eric Harris und Dyllan Klebold] wurden wie Fußabtreter behandelt. Ich musste an dieser Schule schon einiges an Scheiße fressen, aber die beiden haben noch sehr viel mehr abgekriegt”.

Der Film beschäftigt sich auch mit der Verfügbarkeit von Schusswaffen und kommt zu dem Schluss, dass nicht die Anzahl von Schusswaffen innerhalb der Bevölkerung das Problem ist, sondern die Gesellschaft selbst. Den USA konstatiert Moore dabei eine “Kultur der Angst”, woraus sich die hohe Anzahl von Morden in Übersee ergibt. Ich nicht unbedingt ein Freund von Moore, aber Bowling for Columbine kritisiert viele wichtige Aspekte wie den Fakt, dass die amerikanischen Medien fast ausnahmslos Marilyn Manson für das Massaker an der Columbine Highschool in Littleton verantwortlich machten. Das ist in etwa so, als würde Brot für eine solche Tat verantwortlich gemacht – schließlich aßen dies alle Täter regelmäßig.

Bleibt noch die Frage, welchen Aspekt die Tatmittel bei Massakern spielen. Hier eine Liste der Vorfälle, die sich seit der Nachkriegszeit in Deutschland ereignet haben und die eingesetzten Tatmittel:

  • Volkhoven 1964: Flammenwerfer (illegale Herstellung), eine Lanze
  • Eching und Freising 2002: Halbautomatische Pistole (illegaler Besitz), Handgranate (illegaler Besitz), Rohrbomben (illegale Herstellung)
  • Erfurt 2002: Halbautomatische Pistole, Vorderschaft Repetier-Flinte (illegaler Erwerb durch den Täter)
  • Coburg 2003: Halbautomatische Pistole, Trommelrevolver (legaler Besitz durch den Vater, vom Sohn entwendet)
  • Emsdetten 2008: Eine Vorderlader Pistole und ein Vorderlader Gewehr (legal erworben, frei ab 18 Jahren), ein einschüssiges Kleinkalibergewehr (illegaler Besitz), Rohrbomben (illegale Herstellung), Messer, Machete
  • Winnenden 2009: Halbautomatische Pistole (legaler Besitz durch den Vater, vom Sohn entwendet)
  • Bonn 2009: Messer, Molotov-Cocktails
  • Ansbach 2009: Beil, Zwei Messer, Molotov-Cocktails
  • Memmingen 2012: Kleinkaliber Pistole (legaler Besitz durch den Vater, vom Sohn entwendet)

Die häufigsten Tatmittel bei Massakern an deutschen Schulen sind demnach Schusswaffen. Darunter sogenannte “freie Waffen”, die ab einem Alter von 18 Jahren ohne waffenrechtliche Erwerbserlaubnis völlig legal gekauft werden können, aber auch illegal beschaffte Schusswaffen und Waffen, die aus legalem Besitz stammen und von den Tätern dem Eigentümer entwendet wurden.

Es ist jedoch nicht von der Hand zu weisen, dass als Tatmittel nicht immer Schusswaffen eingesetzt werden, sondern auch Messer, Rohrbomben und Molotov-Cocktails verwendet werden. Hier wird deutlich: Sind keine Schusswaffen im direkten Umfeld verfügbar (entwenden von legalen Waffen), oder keine Waffenaffinität besteht (illegaler Erwerb von Waffen), wird zum einfachsten verfügbaren Mittel gegriffen: Messer, Äxte, selbstgebaute Brandsätze und Sprengmittel.

Was bei diesen Taten ebenfalls leider oft nicht gesehen wird: Es handelt sich häufig um eine Gewaltspirale. Alle Schulmassaker konnten mit Exklusion und/oder Mobbing in Verbindung gebracht werden. Das bedeutet, dass die Gewalt der Täter erst dadurch entsteht, dass sie selbst Opfer von Gewalt werden – gepaart mit einer entsprechenden Täterpersönlichkeit und anderen Umständen führt dies dann in seltenen Fällen zu solch tragischen Ereignissen.

Nun zurück zum Anfang, Zeit für eine Neubewertung: “34% der Befragten machten gewaltverherrlichende Computerspiele, 30% die Eltern, 18% Filme, Medien und das Internet dafür verantwortlich. 4% sahen die Schuld bei der Schule.”

Den Einfluss von Computerspielen, dem Internet und Filmen halte ich für vernachlässigbar. Dafür konsumieren zu viele Jugendliche das gleiche Zeug und töten trotzdem niemanden.

Einen größeren Einfluss als erwartet scheinen die Medien zu haben, die über “Amokläufe” berichten. Es hat sich herausgestellt, dass große mediale Aufmerksamkeit und die übermäßige Berichterstattung weitere “Amokläufe” auslösen kann, da Täter mit ähnlichen Plänen zu ihren Taten animiert werden können. Diese Medien sind dann direkte Auslöser für die tatsächlichen Gewalttaten, jedoch wäre die Tat in meinen Augen so oder so geschehen – möglicherweise nur zu einem späteren Zeitpunkt.

Die Schuldfrage bei den Eltern der Täterinnen und Tätern zu sehen ist legitim und ich denke, dass eine Teilschuld durchaus gegeben ist. Ein gesundes und funktionierendes Elternhaus sollte erkennen können, wann etwas mit dem eigenen Sprössling furchtbar schief läuft. Aber darf dies auch vorausgesetzt werden? In meinen Augen nicht, denn es gibt Dinge, die können auch Eltern nicht beeinflussen. Eltern können immer nur versuchen das Beste zu tun, ich habe selbst Kinder, ich weiß wie es ist.

Kommen wir zur Schule, die nur von wenigen als mitschuldig betrachtet wird. Doch ist nicht gerade die Tat an sich der beste Gegenbeweis? Warum findet ein Massaker in einer Schule statt, wenn die Schule nichts damit zu tun hat? Solche Taten geschehen doch nicht willkürlich, nicht triebhaft, sondern es gibt einen Grund, warum ein junger Mensch in seine Schule läuft und dort Menschen tötet. Was, wenn nicht die Schule ist der Hauptgrund? Ob nun Mobbing, Aussichtslosigkeit für die Zukunft, all das in Verbindung mit dem vielleicht nicht sehr stabilen Elternhaus, der intensiven Medienberichterstattung über Massenmorde und dem instabilen Charakter führt letztendlich zu einer Gewaltorgie. Aus dieser Erkenntnis ergeben sich alle weiteren Präventionsmaßnahmen.

Ich habe erst kürzlich selbst erlebt, dass ein seine Mitschülerinnen und Mitschüler mobbendes Arschloch-Kind, vom Lehrer aktiv geschützt wurde, nachdem die Situation zwischen dem Kind und einem seiner Opfer eskaliert war. Das Mobbing-Opfer hat sich als das Maß voll war gewalttätig gewehrt und nun ratet mal, wer diese Schule nicht weiter besuchen durfte? Richtig, das Mobbing-Opfer. Mobbing funktioniert also – das ist die Message. Wer möchte da nicht im Strahl kotzen.

Wir wollen Schulmassaker verhindern? Dann ändert etwas an den Umgang der Kinder untereinander, wir als Eltern sind da gefragt – von Anfang an. Auch die Lehrerinnen und Lehrer müssen endlich handeln: Null Toleranz für Mobbing und null Toleranz für Exklusion, ergreift endlich wieder die Initiative und sorgt dafür, dass Fehlverhalten in der Schule auch in der Schule Konsequenzen hat. Macht euren verdammten Job und wälzt nicht jeden Scheiß auf die Eltern ab. Wenn das Kind Zuhause ankommt, dann ist es für Konsequenzen zu spät. Es sind schließlich Kinder. Es ist wichtig, dass Fehlverhalten sofort und unmittelbar eine Konsequenz hat, sonst hat ein Kind überhaupt keine Möglichkeit das eigene Verhalten zu reflektieren.

Letztendlich muss sich die Gesellschaft ändern. Die Gesellschaft muss wieder lernen mit Menschen umzugehen, die sich nicht so leicht in die gegebenen Strukturen fügen können – aus welchen Gründen auch immer. Das gut funktionierende Konzept sich auf Kosten anderer gesellschaftlich besser zu stellen muss durchbrochen werden, sonst wird es immer wieder Menschen geben, die ihren Ausweg in extremen Gewalttaten suchen werden. Integration statt Ausgrenzung, das ist die Lösung.

Ein Verbot von Ego-Shootern, Waffenrechtsverschärfungen, Sicherheitsschleusen an Schulen – es würde nur die Symptome der Auswüchse unserer Gesellschaft lindern, aber nicht die Krankheit besiegen. Es würde keine Tat verhindern, sondern nur die Durchführung einer Tat erschweren. Wir dürfen nicht die falschen vermeintlichen Dämonen bekämpfen. Das ist zu einfach, als das es funktionieren könnte.

Michael Moore hat Marilyn Manson in seinem Film gefragt: “Wenn du direkt mit den Kindern oder mit den Bürgern von Columbine sprechen könntest, was würdest du zu ihnen sagen, wenn sie jetzt hier wären?” – Die Antwort darauf war: “Ich würde nicht ein einziges Wort zu ihnen sagen, ich würde zuhören was sie zu sagen haben und das ist das was niemand getan hat.”

Wir müssen wieder mehr Zuhören.

Einige Quellen:
http://de.statista.com/statistik/daten/studie/4868/umfrage/amoklaeufe-traeger-groesster-schuld/
http://de.statista.com/statistik/daten/studie/4869/umfrage/konsequenzen-aus-amoklauf-von-winnenden/
http://de.wikipedia.org/wiki/Amoklauf_von_Winnenden
http://www.sueddeutsche.de/panorama/amoklauf-von-winnenden-munition-und-mobbing-1.48885
http://www.sueddeutsche.de/karriere/mobbing-in-der-schule-jedes-dritte-kind-wird-opfer-1.450019
http://www.lwl.org/psychiatrie-marsberg-download/PDF/Praesentation_Statistik_fertig.pdf
http://www.boell.de/demokratie/demokratie-entsolidarisierung-heitmeyer-deutsche-zustaende-8883.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivit%C3%A4tsst%C3%B6rung#Diagnostik
http://www.mediengewalt.eu/downloads/Lukesch-Vortrag%20%20-%20Amok.pdf
http://www.imdb.com/title/tt0310793/quotes

Sehenswerte Filme zum Thema:
http://de.wikipedia.org/wiki/Klass_(Film)
http://de.wikipedia.org/wiki/Bowling_for_Columbine

7 Kommentare

  1. Kann diesem Artikel nur zum Teil zustimmen, aber gerade in der -vermutlich für dich- entscheidenden Stelle nicht.

    Du siehst hier Mobbing als (eine) Ursache für Amokläufe. Ich möchte Mobbing nicht verharmlosen, es gibt auch Mobbing an Schulen, aber das als Grund für Amokläufe zu sehen, ist meiner Meinung nach falsch.

    Viele der Täter in den Amokläufen wurden nicht tatsächlich gemobbt, sondern sie fühlten sich gemobbt. Wer eine Persönlichkeitsstörung hat, für den fühlen sich viele Sachen wie Mobbing an, obwohl es das auch objektiv nicht ist.

    Wer z.B. im Matheunterricht an die Tafel muss um seine Hausaufgaben vorzustellen und dort irgendwas falsch macht, wird das „passiert halt“ abhaken.

    Jemand der psychisch eh schon gestört ist, wird dies als Mobbing auffassen, obwohl das Vorrechnen an der Tafel ein normales Schulgeschehen ist.

    ——–
    SZ: Sind diese Jugendlichen wirklich schikaniert und gemobbt worden?

    Bannenberg: Nein, meistens stimmt das gar nicht. Sie werden nicht gemobbt, sie fühlen sich gemobbt. Das ist der entscheidende Unterschied. Da kommen oft Narzissmus, Depression und Aggression zusammen.

    http://www.sueddeutsche.de/panorama/amoklauf-in-winnenden-rache-an-der-ganzen-welt-1.407266
    Hier steht auch noch einiges dazu.
    ———

    • Marc

      Ich kenne den Artikel, bin aber trotzdem anderer Meinung. Ich glaube, dass nach einer solchen Tat einfach viele Betroffene ausblenden, was vorher alles an Scheiße gelaufen ist – schließlich wäre man dann ja mitschuldig.

      Es existieren auch andere Studien zu solchen Vorfällen, wo explizit nicht von Mobbing gesprochen wird, sondern der Begriff „Exklusion“ verwendet wird. Es handelt sich um bewusste, oder um unbewusste Ausgrenzung.

      Ich konnte es bei meinem Sohn beobachten: Aktives Mobbing – selten, aber Ausgrenzung häufig. Und ich denke das ist ein großes Problem, weil es gar nicht aktiv als Mobbing erkannt wird.

      Letztendlich ist alles natürlich immer eine Kette von Ereignissen. Es gibt nicht „den einen Grund“ für ein Massaker. Es sind vielfältige Gründe. Ich denke nur, dass das was in Schulen abgeht, das auf jeden Fall stark beeinflusst.

      Ich bekomme es doch hautnah mit. Jeden verdammten Tag. Leider kann ich in diesem Fall nicht so offen schreiben, wie ich es würde.

      Vielleicht treffen wir uns ja mal, wenn es dich interessiert, erzähle ich gerne mehr.

  2. Schön, aber wie soll ein Lehrer Ausgrenzung bekämpfen? Kinder zwangsmäßig zusammen zu stecken die nichts mit dem anderen zu tun haben wollen funktioniert nicht, Alle die Ausgrenzt sind wenn es den mehrere zusammen stecken funktionier auch nicht mit zwang weil oftmals der dicke nicht nun auch noch mit dem streber abhängen will. Das alles können höchsten Eltern mit Erziehung lösen, bzw mit Schulwechsel usw. Und auch Mobbing ist für einen Lehrer meisten nicht so einfach zu erkennen, bzw. wird es wenn er es bemerkt nur unauffälliger und nicht verschwinden.

    Ich denke also nicht das die Schule als Institution viel ändern kann, natürlich gibts Lehrer die sowas besser oder schlechter hinbekommen. Das liegt aber dann meistens an deren Erziehung. Vielleicht könnte man auch was in der Ausbildung der Lehrer verbessern wobei ich auch das für keine Sichere Verbesserung sehen würde.

    Aber zu dem Thema was dich wohl hauptsächlich dazu gebracht hat hier es zu schreiben. Dem legalen Waffen besitz. Ist deine Liste nicht ein guter Grund diesen weiter einzuschränken? Amokläufe häufen sich, Die waffen werden immer mehr Legal erworben ob sie dann selber genutz werden oder in die Hände von Kindern kommen ist ja dann auch ein Thema wodrüber man nachdenken sollte. Und das andere Waffen benutz werden ist ja gut und Schön aber einen Täter mit einem Messer kann man mit ein Paar man recht gut überwältigen aber mit ner Schusswaffe ist das schon schwer weil er ja auch viele Meter entfernung schon schaden anrichten kann und somit genug zeit hat den nächsten Angriffer anzugehen?

    Hätte an deiner Stelle es bei dem Thema des Mobbings belassen und die Waffen Diskusion nicht dazu genommen. Den damit Lieferst du den Angst Hasen eher Argumente für Strengere Regeln als das du sie Animierst mehr für die Kinder zu tun.

    • Marc

      Sorry, ich kann und will auf deine Kommentare nicht mehr antworten und werde es in Zukunft unterlassen. Du bist mir ein wenig zu trollish…

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