Einschätzung „Bundeslagebild Waffenkriminalität 2011“ des BKA

Mussten wir uns von der AG Waffenrecht in der Piratenpartei die Herausgabe der Lagebilder Waffenkriminalität für die Jahre 2001 bis 2010 noch hart erkämpfen, reichte dieses Jahr eine einzige Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz durch Susanne und das BKA übermittelte uns den Bericht. Danke an dieser Stelle noch mal an Susanne für ihren Einsatz!

Was steht nun drin? Im Grunde leider genau so wenig wie in den Lagebildern der letzten Jahre, denn es wird in den Statistiken noch immer nicht die Herkunft der Waffe – also ob es sich bei einer deliktrelevanten Waffe um eine legal registrierte, oder eine illegale Waffe handelte – ausgewiesen. Das bedeutet für uns, dass die Analyse der nackten Zahlen interessant, aber vorerst wenig relevant für die Evaluierung des Waffenrechts zu seien scheint.

Glücklicherweise finden sich in den Einschätzungen aber dennoch Hinweise auf die Herkunft von Tatwaffen:

Den gesamten Beitrag lesen

Sorry, aber ich kann nicht anders… #WSA

Den Flyer von der Aktion „Weihnachten statt Angst“ finde ich richtig klasse! Es steht sehr viel wahres darin und zeigt, warum Politik die nicht auf Fakten, sondern auf Hysterie beruht sehr sehr gefährlich für unsere Bürgerrechte sein kann.

Allerdings konnte ich einfach nicht anders, ich musste „Terror“ durch „Legaler Waffenbesitz“ ersetzen. Denn dann ist der Flyer nicht weniger wahr und es wird deutlich, wie leicht es ist, mit zweierlei Maß zu messen. Ich sag mal: Risikokompetenz ftw!

Hier der Flyer zur #WSAUnd hier die Version für alle Waffenbesitzer ;-)

Vergleicht, staunt, versteht oder shitstormt mich in den Kommentaren.

Mir egal. Morgen geht die Welt unter.

Falls nicht…

Frohe Weihnachten Euch Allen!

PS: Falls es hier zu Irritationen kommt – NEIN das ist kein Flyer der AG Waffenrecht, das ist auf meinem ganz privaten Mist gewachsen. Nur falls Jemand von einem Troll Namens @Duerxter angetriggert wird. ^^

Kommentar zum Schulmassaker von Newtown

Nur mal kurz ein paar Fakten, weil ich in den letzten Tagen so unglaublich unqualifizierten Quatsch lesen und sehen musste. Übrigens auch von Seiten der Waffenbefürworter, nicht nur von Waffengegnern.

„Das amerikanische Waffengesetz“ gibt es nicht…

Anders als in der BRD ist das Waffenrecht in den USA nicht komplett auf der Bundesebene angesiedelt. Würden wir die amerikanischen Waffengesetze auf Deutschland übertragen, wäre es so, dass der Bund grobe Vorgaben macht, aber die Länder eigene Gesetze auf Landesebene umsetzen. Das würde bedeuten, dass es in Hamburg ein völlig anderes Waffenrecht, als in Bayern geben würde. Und so ist das auch in den USA. In einigen Bundesstaaten gibt es ein strengeres Waffengesetz, als z.B. hier in .de, andere Bundesstaaten haben wiederum ein sehr liberales Waffenrecht bis hin zum concealed carry, der Erlaubnis zum verdecktes Tragen von Waffen als Instrument des Selbstschutzes.

Folglich sind Aussagen, dass man in den USA ja in jedem Supermarkt eine Waffen kaufen könne nur eins: Undifferenzierter Bullshit. Bowling for Columbine ist ein toller und wichtiger Film – ich vermute daher stammt dieses „Wissen“ – nur sollte man sein „Wissen“ bei diesem Thema nicht nur aus einem einzelnen Film beziehen.

Und das Waffenrecht in Conneticut, wo dieses schreckliche Tat geschah? Für amerikanische Verhältnisse ist das Waffenrecht ziemlich restriktiv, wodurch dem Täter ein Erwerb von Waffen nicht möglich war, da er noch nicht 21 war.

„Waffengesetze müssen verschärft werden“ führt zu nichts…

Selbst ein Totalwaffenverbot verhindert solche Taten nicht. China zum Beispiel hat ein massives Problem mit Massakern und China hat ein Totalverbot von Waffen in privater Hand. Kranke Menschen kommen auf kranke Ideen und begehen kranke Dinge. Welches Werkzeug dabei Verwendung findet ist unerheblich. Es sollen ja sogar schon handelsübliche Verkehrsflugzeuge als Waffen eingesetzt worden sein, um möglichst viele Menschen zu töten.

Waffengesetze müssen sinnvolle Auflagen enthalten die sicherstellen, dass nur rechtstreue Bürger ein Recht auf Waffenbesitz haben. Zudem sollte die sichere Verwahrung der Waffen vorgeschrieben sein. Das reicht dann aber auch erstmal, denn irgendwelche Spinner mit Gesetzen von etwas abhalten zu wollen, ist nicht möglich. Verbrecher und Verrückte halten sich nun mal leider nicht an geltendes Recht.

Ein Waffenverbot wäre Anlassgesetzgebung und lediglich der klägliche Versuch ein Symptom zu behandeln, nicht aber die Ursache für diese schrecklichen Gewalttaten, die ja glückerlicherweise doch noch recht selten sind.

„Lehrer sollten sich bewaffnen dürfen“ ist genau so unsinnig…

Die Forderung doch bitteschön die gun-free zones abzuschaffen und eine Bewaffnung der Lehrer zu fordern ist ebenso sinnlos wie ein Waffenverbot. Na klar, vielleicht ließen sich dadurch beim nächsten Massaker ein paar Leben retten, vielleicht aber auch nicht. Ich jedenfalls wollte nicht in einer Gesellschaft leben, in der es notwendig ist, dass Lehrer mit der 45er am Gürtel in den Unterricht kommen.

Auch diese Forderung ist letztendlich nur die Kaschierung der Ursache für solche Taten. Wie gesagt: Kranke Menschen tun kranke Dinge. Ob Lehrer nun bewaffnet sind oder nicht. Und vor den Schulen bewaffnete Sicherheitskräfte zu platzieren, ist ebenfalls nur Symptombekämpfung. Das sind dann im Ernstfall halt die ersten die sterben.

Die Lösung? Ich habe keine, aber Ansätze gibt es…

Wie wäre es denn, den Tätern wesentliche Teile des Nährbodens für ihre Taten zu entziehen: Die öffentliche Weltbühne zum Beispiel. Was wäre wohl geschehen, wenn die Medien beim Massaker an der Columbine Highschool die Namen der Täter nicht genannt und keine Bilder von Ihnen gezeigt hätte? Aber nein, statt dessen stürzen sich die Medien auf solche Taten wie hungrige Geier auf ein Stück fauliges Aas. Es wird maximal medial ausgeschlachtet und sogar ältere „Amokläufe“ werden wieder aufgekocht und neu serviert. Die Tat wird mit anderen Taten verglichen und eine Hitliste der tödlichsten „Amokläufer“ präsentiert. Es ist pervers, es widert mich an!

Die Medien müssen sich endlich als Teil des Problems begreifen. Stattdessen verlagern wir die Ursachenbekämpfung lieber auf Waffenbesitz und Computerspiele, oder machen die Verrohung der Gesellschaft dafür verantwortlich. Die Verrohung der Gesellschaft… bwahaha! Ich drehe die Uhr nicht mal 100 Jahre zurück, was sehe ich? Zwei Weltkriege und eine Gesellschaft, in der das Schlagen von Kindern völlig normal war, eine Gesellschaft aus der ein Regime hervorgegangen ist, dass sich massenmordend und menschenverachtend in die Geschichtsbücher geschlichen hat. Drehe ich die Uhr noch weiter zurück, dann lande ich bei öffentlichen Hinrichtungen, öffentlicher Folter und weiteren Kriegen. Machen wir uns doch nichts vor: Die Periode seit dem Ende des zweiten Weltkrieg ist zum ersten Mal eine längere friedliche Phase in Europa mit ziemlich gewaltfreien Gesellschaften. Und da über eine Verrohung der Gesellschaft durch Computerspiele zu sprechen ist einfach nur lächerlich.

Wir müssen Menschen, die offensichtlich außerhalb der Gesellschaft stehen wieder inkludieren, sie wieder Teil von uns werden lassen. Wir dürfen nicht mehr wegsehen, wenn Mitmenschen offensichtlich ein Problem haben, dass sie aus unseren Reihen drängt und sie so weit entmenschlicht, dass sie unschuldige und wehrlose Menschen töten. Wer Hilfe braucht, der muss auch Hilfe erhalten.

Leider habe bereits seit längerer Zeit das Gefühl, ich kämpfe gegen Windmühlen. Denn irgendwie setzt bei allen die Logik im Hirn aus, wenn es um das Thema Waffenbesitz geht.

PS: Ich kann es nicht mehr hören: „Waffen werden zum Töten gebaut“. Eine Waffe wird zum Schießen gebaut. Ob jemand damit auf Pappscheiben, Tiere oder Menschen schießt, das entscheidet nicht die Waffe, sondern noch immer der Mensch.

Der ehemalige Nachrichtensender präsentiert: Kriegswaffen, Nazis, spektakulös!

Unser Freund und Helfer: Captain ObviousWas braucht es, um aus einer Mücke einen Elefanten zu machen? Richtig: Öffentlich-rechtliches Fernsehen, ein paar überbezahlte Redakteusen mit ziemlich viel Langeweile und ein spektakulöses Sendeformat, kurz MONITOR. Da ging es in der letzten Folge nämlich um die sogenannten „Dekorationswaffen“. Ich erkläre am besten mal vorweg, wie scharfe Schusswaffen in der Praxis dauerhaft unbrauchbar gemacht werden müssen, damit diese legal als Dekowaffen (sprich zum an die Wand hängen) verkauft werden dürfen.

  • Mehrere Bohrungen durch den Lauf
  • Patronenlager verschweißen
  • Verschlusskopf schräg abflexen
  • Abzug unbrauchbar machen

In einer Auktion bei eGun, lässt sich eine solche Waffe, egal ob sie ehemals halb- oder vollautomatisch war und unter das Kriegswaffenkontrollgesetz fiel, zu Recht ohne Probleme frei ab 18 Jahren erwerben. Warum ist das so? Na, weil die Waffe nach den gängigen Umbaumaßen dermaßen zerstört ist, dass damit niemand mehr etwas anfangen kann.

Etwas förmlicher ausgedrückt und aus der allgemeinen Waffenverwaltungsvorschrift abgeleitet klingt das übrigens so:

Dauerhaft unbrauchbar gemacht oder geworden ist eine Schusswaffe dann, wenn mit allgemein gebräuchlichen Werkzeugen die Schussfähigkeit der Waffe oder die Funktionsfähigkeit der wesentlichen Teile nicht wiederhergestellt werden kann.

Und was macht Monitor daraus? Das:

Ganz legal kann jedermann im Internet ausrangierte Kriegswaffen erwerben, die mit einigen gezielten Handgriffen wieder schussfähig gemacht werden können. Immer häufiger fallen solche als „Dekorationswaffen“ verkauften demilitarisierten Kriegswaffen der Polizei bei Razzien in die Hände. Besonders bedrohlich: Viele Funde stammen aus dem rechtsextremen Milieu.

Es kam natürlich wie es kommen musste: Monitor verschwieg in der Sendung, dass „einige gezielte Handgriffe“ das Arbeiten eines Profis bedeutet und dies eine kriminelle Handlung darstellt. Desweiteren wurde verschwiegen, dass die zwingenden benötigten Ersatzteile (Lauf, Verschluss) kaum zu beschaffen sind, da diese selbst dem Kriegswaffenkontrollgesetz unterliegen und somit nur ein illegaler Erwerb in Frage kommt. Außerdem liefert Monitor keine Zahlen, ob und wie viele Delikte es mit wieder funktionstüchtig gemachten Dekowaffen in der Vergangenheit gab. Die Antwort kennen wir, oder? Wenn ich eine vollautomatische Kriegswaffe bräuchte, dann würde ich mir in entsprechenden Kreisen für 500 € eine AK 47 besorgen und dann wäre ich durch damit.

Da der Beitrag aber wohl noch nicht spektakulär genug war, musste er natürlich noch mit ein paar Nazis garniert werden. Die Frage, warum gerade im rechten Milieu Dekowaffen besonders beliebt scheinen, beantwortet uns wie so oft der allseits beliebte Captain Obvious:

Na ist doch klar. Die Nazi-Spinner sind halt allesamt voll fasziniert von diesem Mann mit dem komischen Bart und finden den Krieg den der gemacht hat voll toll. Und die sind von den Waffen von damals halt einfach fasziniert. Und weil die Nazis alle kleine Pimmel haben kaufen die sich dann diese Dekowaffen um vor ihren glatzköpfigen Freunden wenigstens mit irgendwas angeben zu können. Das Maschinengewehr 42 ist des Faschisten Schwanzverlängerung, so wie andere halt Porsche fahren, oder überzogene Sendungen für’s Fernsehen produzieren.

Ah, so ist das also. Danke Captain Obvious, dann hätten wir das nun auch geklärt.

tl;dr

Nebelkerzen, überall Nebelkerzen.

Debatte im Landtag von Baden-Württemberg: „Sicherheit erhöhen – Zugang zu Waffen erschweren“

Die im Titel genannte Debatte wurde von der Fraktion der Grünen im Landtag von Baden-Württemberg beantragt, es liegt nun ein Protokoll zu diesem Lehrstück der verqueren Logik der Grünen vor. Gleich nach dem ersten Satz, des Abgeordneten Hans-Ulrich Sckerl (Grüne) mochte ich nicht wirklich weiterlesen, habe es aber dennoch getan. Die Ausführungen von Sckerl beginnen so:

„Herr Präsident, meine sehr verehrten Kolleginnen und Kollegen, meine Damen und Herren! Sieben Tote durch Gewaltverbrechen in Karlsruhe und Lehrensteinsfeld vor wenigen Tagen mit illegal erworbenen Waffen in Privatbesitz.“

Richtig, Herr Sckerl spricht hier von illegalen Waffen und ich stimme klar zu: Illegale Waffen sind ein Problem, denn mit illegalen Waffen werden Straftaten begangen, weil Kriminellen der Zugang zum legalen Waffenerwerb durch das Waffengesetz verwehrt wird. Sie scheitern an der Zuverlässigkeit – aus gutem Grund. Der nächste Satz des Herrn Sckerl löst bei mir dann allerdings einen heftigen Brechdurchfall aus.

„24 Tote seit dem Amoklauf inWinnenden und Wendlingen durch Gewalttaten, begangen mit Waffen in Privatbesitz, Sportwaffen. 130 Tote mit Waffen, die legal im Schießsport eingesetzt wurden, bei ähnlichen Gewaltverbrechen in den beiden letzten Jahrzehnten.“

Erkennt ihr den rhetorischen Trick? Er spricht zuerst von „sieben Toten“ – eine geringe Zahl – in einem Zeitraum von „wenigen Tagen“ und nennt dann eine hohe Zahl von 130 Toten, die sich allerdings auf einen Zeitraum von 20 Jahren bezieht und zudem nicht einmal korrekt ist. Die „magische 130“ ist nämlich genau die Zahl, die immer von unserem heiß geliebten Anti-Waffen-Propagandisten Roman Grafe von „Keine Mordwaffen als Sportwaffen“ genannt wird. Das diese Zahl nicht korrekt ist, sondern geringer ausfällt, hatte ich bereits in einem meiner vergangenen Beiträge dargelegt, da Grafe bei seiner Recherche offensichtlich Fehler begangen hat. Wenn also ein Grüner Abgeordneter die falsche Zahl von Grafe nennt, dann weiß ich ja, wessen geistes Kind seine Forderung nach einer Verschärfung des Waffenrechts ist. Aber rechnen wir doch erstmal nach, was uns Herr Sckerl hier rhetorisch zu verkaufen versucht.

Sieben Tote in wenigen Tagen mit illegalen Waffen – das ist schlimm, vor allem vor dem Hintergrund der kürzlich vom BKA durch die AG Waffenrecht erkämpften Statistiken zur Waffenkriminalität. Diese zeigen, dass es z.B. im Jahr 2006 exakt 989 Tote im Zusammenhang mit (illegalen) Schusswaffen gab. Jetzt rechne ich mal: In einem Zeitraum von 20 Jahren hätten wir mit dieser Zahl also 19.780 Tote durch Schusswaffen. Die von Grafe bzw. von Sckerl genannte Zahl von 130 durch legale Waffen getötete Menschen machen gerade einmal 0,66 Prozent der Gesamtzahl aus. Der aufmerksame Leser wird hoffentlich erkannt haben, dass dies nur ein hypothetischer Wert ist, um die Relationen zu verdeutlichen, der in der Realität wohl noch geringer sein wird.

Aber natürlich sieht Herr Sckerl, der uns – koste es was wolle – vor allen Gefahren des Lebens beschützen will, trotz dieser geringen Zahlen Handlungsbedarf. Konkret geht es im um „ein Verbot dieser großkalibrigen Waffen als besonders gefährliche Mordwaffen“, das er wie folgt begründet:

„Jeder Tote, jede Tote ist einer, eine zu viel“, und später nochmal „Die Zahl der Toten verpflichtet uns, weiterzuarbeiten.“

Ja, natürlich sind Opfer von Schusswaffen gleich welcher Herkunft tragisch und ich hasse es bei einer emotionalen Sache mit nüchternen Zahlen argumentieren zu müssen, aber maximal 130 Tote in zwanzig Jahren, die ca. 19.000 Toten durch illegale Schusswaffen gegenüberstehen rechtfertigt die Enteignung der Millionen von rechtstreuen Legalwaffenbesitzern? Es ist geradezu zynisch gegen den legalen Waffenbesitz gesetzlich durch weitere Einschränkungen vorgehen zu wollen, aber die Delikte durch illegale Waffen dabei völlig zu ignorieren. Klar: Was bereits verboten ist, lässt sich ja nicht nochmal verbieten.

Aber der größte Fehler des Herrn Sckerl kommt noch, denn der ist dieser hier:

„Wir möchten die Behörden ermuntern, die Kontrolldichte hoch zu halten. Sie dürfen dafür auch – ohne dass dies ständig kritisiert wird, Herr Dr. Goll – Gebühren erheben. […] Wir sind davon überzeugt: Wenn wir diese Spur konsequent verfolgen, führt das zu einer Reduzierung der Zahl illegal erworbener Waffen […]“

Ich weiß ja nicht wie es euch geht, aber wie bitte soll sich die Zahl der illegal erworbenen und geführten Waffen reduzieren, in dem der Kostendruck auf die Besitzer von legalen Waffen erhöht wird? Weiß Herr Sckerl eigentlich wovon er spricht? Ein Besitzer legaler Waffen verkauft seine behördlich registrierten Waffen doch nicht auf dem Schwarzmarkt! Diese Annahme kann doch nicht wirklich ernst gemeint sein?! Illegale Waffen, die bei Delikten eingesetzt werden sind in der Regel Schmuggelware aus Ländern der ehemaligen UdSSR, oder aus den zerfallenen Balkanstaaten, aber NIEMALS aus den Waffenschränken der deutschen Sportschützen, Jäger und Waffensammler.

Mehr möchte ich dazu eigentlich gar nicht mehr schreiben. Mir ist schon schlecht und außerdem habe Rückenschmerzen. *mimimi*

Richtig Angst bekomme ich aber beim Schlusssatz des Herrn Sckerl:

„Herr Innenminister, wir werden alle Ihre Initiativen im Bundesrat und in der Innenministerkonferenz in den nächsten Monaten unterstützen, um spätestens nach der Bundestagswahl 2013 endlich einmal echte Fortschritte zu erzielen.“

Wenn Rot/Grün 2013 das Ruder übernimmt, dann muss ich als Sportschütze wohl auswandern.

Quellen:
– http://www.landtag-bw.de/files/live/sites/LTBW/files/dokumente/WP15/Plp/15_0044_19072012.pdf
– http://thegeek.de/statistiken-des-bka-nach-dem-informationsfreiheitsgesetz-erhalten/

Intolerante Schützenkollegen? Bei mir in etwa so beliebt wie Brechdurchfall! [Update 2]

Wenn ich eins wirklich erbärmlich finde, dann sind es Nestbeschmutzer. Das sind die Schützen, die für andere Schießdisziplinen als die eigenen kein Verständnis haben. So auch Manfred Gwosdz, früherer Fachwart Sportschießen im Stadtsportverband Dorsten, der dies als offizielles Statement gegenüber der Lokalpresse abgab.

„„Allzu oft werden wir mit den Großkaliber-Schützen in einen Topf geworfen, und wenn irgendwo wieder ein Amoklauf geschieht, geraten die Sportschützen immer wieder unter Generalverdacht“, klagt Manfred Gwosdz […]“, siehe hier.

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Ein Schützenkamerad grenzt sich vom Großkaliber-Schießsport ab, weil der ja für Amokläufe verantwortlich gemacht wird. Geht es noch? Schaden wir dem Schießsport, oder sind es vielleicht doch eher solche Aussagen wie von Manfred Gwosdz, der die Meinung noch bestärkt, dass Großkaliber-Schießsport für Schul-Massaker verantwortlich sei, obwohl alle Fakten dagegen sprechen. Es ist unfassbar.

In unserem Verein wird ALLES geschossen, von Luftpistole und Luftgewehr, über Kleinkaliber bis hin zu alten Infantriegewehren und natürlich die üblichen großkalibrigen Kurzwaffen bis Kaliber .45 ACP. Auch Vorderladerwaffen werden bei uns geschossen und im Sommer können wir hinter dem Schützenheim sogar eine Bogenscheibe aufstellen. Jeder schießt das, was ihr oder ihm Spaß macht, denn darum geht es beim Sport: Es soll Spaß machen.

Leider ist es wohl einfacher, egostisch seine eigenen Sport-Disziplinen zu verteidigen, als bei der Problematik der Waffenrecht-Verschärfungen einfach mal an einem Strang zu ziehen.

Wer einen toleranten und familiären Schießsport-Verein kennenlernen will, kann jederzeit bei uns vorbei schauen.

[Update]

Herr Gwosdz hat sich inzwischen gegenüber einem Mitglied der AG Waffenrecht geäußert und dargelegt, dass er das nie so gesagt habe. Er habe lediglich nur gesagt, dass keiner der tragischen Massaker mit Druckluft- oder Kleinkaliberwaffen durchgeführt worden seien. Zudem ist Herr Gwosdz gerne bereit bei der Nachlese der bundesweiten Veranstaltung „Ziel im Visier“, ausdrücklich auf die Seriösität der Großkalibervereine und Schützen hinzuweisen.

Ich gehe daher (mal wieder) von einem klaren Fall von Qualitätspresse my ass aus.

[Update 2]

Herr Gwosdz hat reagiert und der Artikel ist aus dem Netz genommen worden. Schön, dass es sich am Ende geklärt hat. Was lernen wir (mal wieder) daraus? Keine Veröffentlichung von Interviews ohne vorherige Prüfung!

(via Katja über einen Kommentar – siehe unten)